Frieder Mache's Kreta Blog

Neues über das Merkel

Karenmccalf | 13. Oktober 2012

Wie gerade aus der Universität Mens sana in Global Villages bekannt wurde ist das Merkel nicht in die Gruppe einer rätselhaften krötenartigen Spezies einzustufen, wie Herr Prof. Grzimek im Februar dieses Jahres in einer Sendung des NDR sehr anschaulich zeigte. Vielmehr handelt es sich um eine seltene Art von Trampeltier, ein zweihöckriges, baktrisches Kamel welches in Kasachstan, der Mongolei, China und Westsibirien beheimatet ist. Die Oberlippe ist gespalten, die Nüstern verschließbar, die Zehen bestehen aus schwieligen Polstern und die 2 Höcker dienen als Fettspeicher. Freilebende Bestände sind stark gefährdet und werden mancherorts mit extremen Sicherheitsmaßnahmen geschützt weil die Gefahr besteht, dass es durch aus dem ökologischen Gleichgewicht geratene Elemente erlegt wird.

Übereinstimmend mit Herrn Prof. Grzimek konnte nachgewiesen werden, dass sich das Tier (wenig possierlich wie dieser es nannte) träge bewegt, bisweilen zielgerichtet und urplötzlich die Richtung wechselt bzw. einfältig rechts und links nicht unterscheidet.

Nicht ausreichend untersucht wurde bisher, wie die unverdaulichen Elemente in der Nahrungskette des Merkel mit einem radiergummiartigen Belag an seinem breiten Hinterteil laufend unproblematisch entsorgt werden.

Natürliche Feinde waren bisher nur einige wenige aus der Art der Sartiriaceae, Komikes oder Kabarettistikes bekannt. Durch das Auftreten des Steinbeißers, der Muscheln und andere Krustentiere routinemäßig knackt, aber selbst nur filetiert genossen wird wegen seines hässlichen, abstoßenden Kopfes, könnte das Merkel wie oben schon beschrieben geschützt werden müssen.

Eher harmlos und kräftig erscheinend überträgt das Merkel aber das sogenannte gefährliche Geld-Sammel-Fieber. Hierauf hat Herr Prof. Grzimek ja schon indirekt hingewiesen, indem er das Hauptmerkmal der heruntergezogenen Lefzen beobachtet hatte die die Hamsterbacken kaschieren. Diese Erkrankung ist zwar weltweit bekannt, richtet aber nicht nur erheblichen Schaden in seinem eigenen Revier an, welches Herr Prof. Grzimek sehr richtig als staubtrockene Ebene beschrieb, sondern auch bei seinen in einem vermeintlichen Abhängigkeitsverhältnis lebenden Nachbarrevieren. Durch diese Seuche verlieren die Tiere ihr Fell, magern ab und stehen dann dem Merkel als Nahrungsquelle nicht mehr zur Verfügung. Allerdings entwickelt das Merkel in diesen Fällen eine erstaunliche chamäleonartige Strategie zur Täuschung und versucht durch seine schwieligen Polster an den Füßen, die noch vorhandenen Ressourcen der mit ihm in lockerer Gemeinschaft lebenden Arten mittels seines gewichtigen Körperbaus niederzutrampeln um sie dann für sich selbst zu gewinnen.

Über die Fortpflanzungsgewohnheiten des Merkel ist glücklicherweise nichts bekannt.

Quellen: Wikipedia und NDR

Seltsame Blüten der Troika

Frieder | 11. Oktober 2012

Die Räumung aller Griechischer Inseln mit weniger als 150 Einwohner fordert die Troika. Diese Forderung wurde von der Troika damit begründet, daß die staatlichen Leistungen für diese Inselchen, das heißt, ihrer Bewohner, den Staatshaushalt belasteten. Der Minister für Schifffahrt und die Ägäis fragte die Troikaner sofort und unverblümt ob sie nach ganz klar im Kopf seien. Derartiges werde nicht verhandelt.

Es geht um eine Entwurzelung von tausenden Familien und die Entvölkerung großer Teile der Ägäis! Also, liebe Deutsche Landsleute, entvölkern wir alle Deutsche Dörfer unter 150 Einwohner weil die staatlichen Leistungen für solche Kuhkäffer zu teuer sind ... Einsame Gehöfte wie auf dem Zugspitzplatt müssen aus den selben Gründen niedergemacht werden!

Solches, dachte ich, sei eine ethnische Säuberung, so quasi, und völkerrechtlich gesehen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Aber mit Ökonomie lassen sich Verbrechen gegen die grundlegenden Menschenrechte wohl ziemlich leicht begründen. Du bist nichts, dein Volk ist Alles, schon mal gehört? Also ökonomischer Faschismus? Irgendwann werden die Völker diesem Alptraum ein Ende machen.

Quelle: Ta Nea und Kriti Flash News

Wenn Krise heißt ...

Karenmccalf | 09. September 2012

Wenn Krise heißt: sich eine Meinung bilden, ein Urteil abgeben, Zustände darstellen und kritisieren, dann erledigen das derzeit gelegentlich Fernsehberichte, Talkshows oder flüchtige Bilder in speziellen Medien mit unterschiedlicher Tendenz zur Manipulation unter Ausnutzung der menschlichen Fähigkeit zur Verdrängung.

Unbehagen oder Angstgefühle werden nur ausgelöst von vorbeihuschenden Bildern, brav in langen Schlangen stehender, arbeitsloser junger Leute vor Arbeitsämtern, von brennenden Vorstädten, Verhaftungen alter Menschen die widerrechtlich, abgelaufene Lebensmittel aus dem Abfall der Supermärkte verzehren, ausgehungerten Kindern, die aus zerfallenden Schulbänken kippen weil sie nichts zum Frühstück hatten, Diabetiker, die ins Koma fallen, weil kein Insulin beizubringen war. Bilder, die manche Zuschauer gar nicht wahrnehmen wollen, abschalten und andere wieder, die davon überzeugt sind, dass es sie ja nicht angehe.

Hatten Heinrich Zille, Käthe Kollwitz oder Otto Dix etwa ein anderes Publikum?

Würden sich die Zuschauer von heute überhaupt trauen, Bilder anzusehen, die nur den einen Moment im eigenen Empfinden eines Malers ausdrücken?

Mir fehlen Bilder von wohlgenährten mit Designerklamotten top gestylten Figuren, die sich empört und voller Angst zugleich an Luxusvillen, Yachten und alarmgesicherten Safes verzweifelt festkrallen während alle diese Besitztümer in einem riesigen Nebel aufgebrachter Menschenmassen langsam langsam aufgehen und verschwinden.

Mir fehlen Bilder von einst mächtigen und prominenten Personen, die wütend an Gefängnisgittern rütteln ...

Eigentum und Geistiges

Frieder | 09. September 2012

Der Disput zwischen den Drehbuchschreibern der Krimiserie „Tatort“ und dem Chaos Computer Club hat es mir angetan. Die Einen wollen mehr Rechte und diese länger genießen, die Anderen weniger und auf kürzere Dauer. Gemeinsam aber ist beiden unverkennbar der Anspruch auf Besitz, auf Rechte, der Anspruch auf Exklusivität und somit auf Geld.

Ich bin aber der festen Überzeugung, dass es nichts in Kunst, Technik oder Naturwissenschaft gibt was aus sich selbst heraus neu geschaffen werden könnte. Alles basiert auf etwas was ich das gemeinsame kulturelle Erbe der gesamten Menschheit nenne. Dies aber zum privaten Eigentum machen zu wollen, auch nur in Segmenten ist in sich widersinnig und ein völlig unhaltbarer Anspruch.

Die großen Musiker, Maler, Forscher und Erfinder waren sich dessen bewusst und brachten oft zum Ausdruck, dass ihre Größe darauf beruhe dass sie auf Schultern von Giganten stehen.

Ich bin daher der Meinung dass alles was neu erdacht und geschaffen wird sofort und unmittelbar Teil dieses gemeinsamen kulturellen Erbes der Menschheit ist aus dem es sich ja herleitet. Sämtliche Rechte an Neuem sind folglich eine Leihgabe der Menschheit an den oder die Erschaffenden. Dies könnte in allen diesbezüglichen Diskussionen dazu führen, dass mehr Wert auf Verhältnismäßigkeit gelegt wird und vielleicht dazu helfen die teilweise grotesken Folgen der Streitereien wenigstens zu mildern.

Eine Krise und die Angst

Frieder | 19. Juli 2012

In der deutschen Sprache ist der Begriff „Krise“ eher mit einer negativen Bedeutung belegt. Wie so oft ist der Wortstamm aber aus der griechischen Sprache hergeleitet und bedeutet Urteil, auch im Sinne von sich eine Meinung bilden, beurteilen, kritisieren. Wer also urteilt, wenn es um die heutige Krise geht? Und welches Urteil ist es?

Häufig werden wir, die wir seit 13 Jahren in Kreta leben und gearbeitet haben von unseren deutschen Freunden gefragt ob uns denn die Krise in Griechenland persönlich betrifft. Welche Ignoranz! Oder ist es die Angst, dass das Urteil auch Deutschland treffen könnte?

Wir leben mit Griechen zusammen und wie sollten deren Probleme nicht auch uns betreffen. Doch in irgendeiner Form werden sie mit der Krise fertig. Völlig unbeobachtet von Europas Norden finden sich im Alltag Wege wie alles weiter geht. Sie sind sich der Ursache der Krise in der Regel voll bewusst, die Griechen und sie wissen, dass sich was ändern muss.

Allerdings wollen wir hier alle nicht die Blaupause von Deutschland werden, sondern die weitere Entwicklung muss der griechische Mentalität entsprechen. Von Qualität haben die Griechen auch schon gehört und Improvisationsfähigkeit schadet kaum. Planung und Kalkulation lernt man notfalls im Ausland.

Nach Ende der Diktatur gab es in Griechenland zwei Volksentscheide. Zum Einen wurde beschlossen, die Monarchie abzuschaffen. Zum Anderen haben die Griechen den Bau von Atomkraftwerken mit gutem Grund abgelehnt (Erdbeben!).

Kreta wird wohl im Laufe des nächsten Jahres alle erforderliche elektrische Energie aus Windkraft und Sonne erzeugen. Parallel dazu wird auch auf dem Festland zunehmend elektrische Energie „grün“ erzeugt und das Potential ist weiterhin gigantisch. Gleichzeitig werden die größten Energiegesellschaften der Welt in Bälde mit der Exploration im nördlichen Ionischen Meer beginnen, dieselben die die beachtlichen Vorkommen in Albanien erschließen. Darüber hinaus wartet Kreta auf den Beginn der Probebohrungen in Gavdos, einem Inselchen südlich von Kreta wo die Geologen Vorkommen in der Größenordnung der Öl- und Gasfelder von Alaska erwarten.

So hoffen wir, dass das beliebte „Griechenland-Bashing“ bald ein Ende haben wird und der Versuch einiger einflussreicher Persönlichkeiten in Politik, Wirtschaft und Finanzsystem die Völker Europas gegeneinander aufzubringen scheitert. Denn die Völker und die von ihnen getragenen modernen Staaten sind in jedem Fall die Stärkeren im Vergleich zu den von ihnen als Missgeburt hervorgebrachten Finanzsystemen.

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