In der deutschen Sprache ist der Begriff „Krise“ eher mit einer negativen Bedeutung belegt. Wie so oft ist der Wortstamm aber aus der griechischen Sprache hergeleitet und bedeutet Urteil, auch im Sinne von sich eine Meinung bilden, beurteilen, kritisieren. Wer also urteilt, wenn es um die heutige Krise geht? Und welches Urteil ist es?

Häufig werden wir, die wir seit 13 Jahren in Kreta leben und gearbeitet haben von unseren deutschen Freunden gefragt ob uns denn die Krise in Griechenland persönlich betrifft. Welche Ignoranz! Oder ist es die Angst, dass das Urteil auch Deutschland treffen könnte?

Wir leben mit Griechen zusammen und wie sollten deren Probleme nicht auch uns betreffen. Doch in irgendeiner Form werden sie mit der Krise fertig. Völlig unbeobachtet von Europas Norden finden sich im Alltag Wege wie alles weiter geht. Sie sind sich der Ursache der Krise in der Regel voll bewusst, die Griechen und sie wissen, dass sich was ändern muss.

Allerdings wollen wir hier alle nicht die Blaupause von Deutschland werden, sondern die weitere Entwicklung muss der griechische Mentalität entsprechen. Von Qualität haben die Griechen auch schon gehört und Improvisationsfähigkeit schadet kaum. Planung und Kalkulation lernt man notfalls im Ausland.

Nach Ende der Diktatur gab es in Griechenland zwei Volksentscheide. Zum Einen wurde beschlossen, die Monarchie abzuschaffen. Zum Anderen haben die Griechen den Bau von Atomkraftwerken mit gutem Grund abgelehnt (Erdbeben!).

Kreta wird wohl im Laufe des nächsten Jahres alle erforderliche elektrische Energie aus Windkraft und Sonne erzeugen. Parallel dazu wird auch auf dem Festland zunehmend elektrische Energie „grün“ erzeugt und das Potential ist weiterhin gigantisch. Gleichzeitig werden die größten Energiegesellschaften der Welt in Bälde mit der Exploration im nördlichen Ionischen Meer beginnen, dieselben die die beachtlichen Vorkommen in Albanien erschließen. Darüber hinaus wartet Kreta auf den Beginn der Probebohrungen in Gavdos, einem Inselchen südlich von Kreta wo die Geologen Vorkommen in der Größenordnung der Öl- und Gasfelder von Alaska erwarten.

So hoffen wir, dass das beliebte „Griechenland-Bashing“ bald ein Ende haben wird und der Versuch einiger einflussreicher Persönlichkeiten in Politik, Wirtschaft und Finanzsystem die Völker Europas gegeneinander aufzubringen scheitert. Denn die Völker und die von ihnen getragenen modernen Staaten sind in jedem Fall die Stärkeren im Vergleich zu den von ihnen als Missgeburt hervorgebrachten Finanzsystemen.